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Live Event: filmen eines Theaterstücks mit Studiokameras

Hallo,

hier eine Zusammenfassung von Timos und meinem Projekt in 2014.

Angefangen hat es mit der Idee, wir wollen mit Studioequipment ein Theaterstück auf der Freilichtbühne aufzeichnen. Wie wann stand noch nicht richtig fest.
Die ersten Ideen kamen dazu schon im Jahre 2013 und festigten sich zu einer konkreteren Idee im ersten Quartal 2014. In den ersten Equipmentplanungen waren schon zwei Studiokameras aus meinen Lagerbeständen und denen aus Wiesbaden angedacht. Das weitere “drum herum” war noch alles sehr vage.

Einiges änderte ich im April, als ich die Chance bekam drei LDK-20S Studiokameras abzuholen.
Timo unterstützte dabei sofort und es wurden zwei Kamerazüge direkt bei ihm gelagert.
(Die Freilichtbühne ist bei ihm im Ort)

Als nun feststand, dass wir nun mit den besten SD-Kameras und in 16:9 aufnehmen konnten ging es so langsam an die Planungen welches Equipment man alles brauch. Nachdem nun alles schon wieder vorbei ist, wissen wir, man benötigt auch für solch ein Projekt viel Equipment, viel Verständnis (von allen Beteiligten, vor allem von den Frauen) und und und.

Auf was nehmen wir auf und wie nehmen wir auf?
Keine leichte Frage, anfangs gingen wir noch davon aus, dass wir alles alleine, sprich zu zweit stemmen mussten. Später kam Marcel, ein guter Kumpel von Timo, mit ins Boot.
Eigentlich wollten wir direkt auf PC aufzeichnen, dann hätten wir aber die (digitalen) Vorteile der Kameras nicht nutzen können.
Also auf Band, aber bitte digital.
Ich habe noch einen Beta SX Recorder und Digi Beta und ….
Aber: wir erkannten schon recht früh, es wird doch einiges mehr an Gerätschaften und zwei oder drei ausgewachsenen MAZen mitnehmen ist ausgeschlossen, zu viel schlepperei.Wir haben dann auf eine kompakte (tragbare) Beta SX und Digi Beta aufgenommen.

Dann kam noch Ton, Bildkontrolle, Intercom und so weiter.
Es hörte nicht auf, was wir alles für unser “kleines” Projekt benötigten.
Somit galt es alles mögliche und unmögliche zu organisieren, zu basteln und zu lösen.

Intercom
Von Anfang an war mir klar, Intercom muss sein.
Anfangs noch lustig, dann unumgänglich. Wie soll ich mit der Bildkontrolle sprechen ohne Sprechverbindung? Nächstes Problem, wie baue ich ein Intercom wenn ich “nichts” für ein Intercom habe bzw. kein Geld dafür habe?
Es musste kreativ werden und einfach. Das wurde es auch und es hat wunderbar funktioniert.Beide Kamera BaseStations wurden durch ein Macgyver Kabel von mir verbunden und von nun an hatte man die Möglichkeit mit drei Headsets (2x Kamera, 1x Bildkontrolle) zu sprechen, simultan. Das war die günstigste und beste Lösung.

Ton
Hier hat sich Timo komplett drum gekümmert.
Er hat ein kleines Mischpult alle Kabel, Mikrofone und unmengen an Adaptern besorgt.

Bildkontrolle
Um die Monitore und SDI Wandler hat sich Timo ebenfalls gekümmert und eine gute Lösung gefunden. Zwei Ikgeami CRT Monitore dienten zur Schärfe Kontrolle und die drei Flachbildmonitore dienten der Farbkontrolle.

Logistik und Aufbau
Freitags Mittags ging es los, Timos Caddy war bis oben hin voll und mein Auto war auch voll.
Das alles wurde zur Freilichtbühne gefahren und dort ausgepackt und aufgebaut. Wir haben für den Aufbau inkl. erstem funktionscheck ca. 6 Stunden gebraucht, zu zweit bzw. dritt.
Der Samstag wurde auch noch zum Aufbau und Check bis Abends benötigt.

Die heisse Phase
Doch dann wollte der Ton überhaupt nicht.
Die Phantomspeisung an den Kamera Boards war deaktiviert, dass war schnell gefunden und korrigiert. Aber der Ton wurde nicht aufgezeichnet, weder auf dem SX Recorder, noch auf der DigiBeta.
Die entscheidende Frage: “Bist Du auf digital?” brachte uns weiter, denn alle Recorder wollten den Ton per SDI haben, wir haben aber den Ton per analog eingespeist, da waren die Settings falsch. Das wurde sofort korrigiert und schon ging alles.

Bild + Ton funktionierte
Nun konnte es los gehen. Die Technik funktionierte und dank Intercom konnten wir uns gut absprechen und kleinere Korrekturen vornehmen.

Live auf Band
Samstag Abends und Sonntags Nachmittags waren die Aufführungen.
Beide filmten wir. Samstags zeigte sich, dass wir als Team gut miteinander konnten.
Wir sprachen uns immer wieder ab und klärten fortlaufend die technischen Parameter.
Beispielswiese: Weissabgleich, Zustand der Recorder, Ton Qualität, Pausen etc.

Der Abbau
Dank der Hilfe, von allen aus dem Team, haben wir nur rund 4 Stunden für den Abbau aller Komponenten benötigt.

Das Team

Lustige Kommentare:
– das muss alles mit Gaffertape geklebt werden- mehr Gaffer!
– “und Jens nimmt den Grünen” – “ähm Marcel du weist das ich nen SW Sucher habe?”

Unser Dank gilt der Leitung und den Akteuren der Freihlichtbühne Kahle Wart;
insbesondere den Firmen und netten Leuten für die großzügigen Spenden und das tolle entgegenkommen; ohne diese hätte es nicht geklappt. Danke!

Fotos: (c) Beatrice & Jessica