Monthly Archives: August 2017

Sony MSW-900P IMX Kamera – back to life

Hallo,
ich habe es getan, ich habe mir im Jahre 2017 eine alte -defekte- Sony IMX Kamera gekauft.
Diese Kamera bzw. das IMX Format stand schon lange auf meiner Wunschliste, nun hab ich sie.

Es ist die erste Generation IMX die es von Sony gab und quasi die letzte “Innovation” bei bandbasierten SD Broadcast Kameras. IMX wurde als “open” System angepriesen, MPEG2 basiert und sollte DVCpro 50 von Panasonic die Stirn bieten. Das Sony IMX Format wurde in Deutschland von einigen Sendern direkt angenommen und lange benutzt. Das IMX Format setzte sich in Deutschland besser durch als das verwandte SX Format. IMX stellte die Ablöse von Digital Betacam dar. Das IMX Format lebt noch im bandlosen Sony System weiter, mit den XDCAM Kameras ist auch eine Aufzeichnung als IMX (MPEG2) File möglich.

Kommen wir zurück zu meiner IMX Kamera.
Diese bekam ich defekt, lediglich mit dem Hinweis Kassettenschacht Fehler.
Okay, betrachtet man sich das Bandlaufwerk und insbesondere den Kassettenschacht von Sony DigiBeta und SX Kameras verwundert es nicht, dass es hier ein gewisses Fehlerpotential gibt. Der Kassettenschacht, insbesondere die Mechanik ist -meiner Meinung nach- zu klapprig ausgeführt. Der Deckel drückt nur über einen Hebel und nicht zwei auf die Mechanik. Dadurch fühlt sich der Vorgang alleine schon “lapprig” an. Die Realität zeigt, viele Kameras mit defekten Kassettenschacht.

Bei meiner IMX zeigte sich allerdings, dass nicht der Kassettenschacht als der Übeltäter verantwortlich war, sondern ein ganz anderes Bauteil.
Ich habe die Kamera eingeschaltet und Eject gedrückt, außer einem knurren und knarzen aus dem Laufwerk passierte nichts. Also Deckel ab und rein geschaut. Im inneren steckte eine Kassette und das Band war zerknautscht, zudem war die Bandführung auf “halbacht”. Der manuelle Auswurf zeigte auch, die Mechanik war komplett verklemmt. Ich fing an und zerlegte die Kamera, ein kurze Blick ins Service Manual verriet mir, zum Ausbau des Laufwerks muss ich leider die Boards auf der anderen Seite komplett ausbauen. Nachdem das gemacht war, konnte das Laufwerk ausgebaut werden. Die Mechanik erwies sich als hartnäckig, somit versuchte ich erstmal die Kassette auszubauen, ohne die Mechanik zu beschädigen. Leider gibt es immer wieder Techniker die beim “retten” der Kassette die Mechanik nachhaltig beschädigen und das enorme Kosten nach sich zieht.

Ich konnte die Kassette bergen ohne Schaden anzurichten, die Mechanik blockierte leider immer noch. Ich vermutete ein defektes Zahnrad, wie es schon bei DigiBetas oder den BetaSP Kameras häufige Fehlerursache war.
Doch es war etwas ganz anderes – und zwar hatte sich der Pinchroller verklemmt, wegen einer losen Feder! Nach lösen der Spannung am Pinchroller war die Mecha wieder frei und man konnte sie, wie vorgesehen, bewegen. Den Pinchroller, respektive die Feder konnte ich wieder ordnungsgemäß installieren und dann wurde alles wieder zusammengebaut. Bei ausgebauten Laufwerk lässt es sich deutlich bequemer Arbeiten, als wenn es in der Kamera eingebaut bleibt.

Testlauf
Es funktioniert! Der Bandrecorder der Kamera funktioniert wieder.
Es folgt ein Test bei Tag mit Objektiv und frischer Kassette.

Dauer
Wer gelaubt das das Ganze nur ein paar Minuten gedauert hat, den muss ich leider enttäuschen. Ich habe für die Reparatur, auseinandernehmen,  testen, Fehlersuche etc. ca. 4,5 Std benötigt. Kleiner Fehler, große Wirkung.

Ja, die Kamera muss noch geputz werden….

Sony DSR-DR1000 Festplatten Recorder Albtraum

Hallo,
der Festplattenrecorder von Sony stand schon länger auf meiner Wunschliste.
Nun habe ich ein Exemplar defekt bekommen.

Hightech aus 2005
Ich glaube die Sony Techniker hatten sich damals mächtig auf die Schulter geklopft, als sie den DSR-DR1000 fertig hatten. Er war mit der erste Recorder in kompakter Bauweise, der auf Festplatte anstatt Band aufzeichnen und abspielen konnte. Somit war auf begrenztem Raum ein leistungsfähiger Recorder und Player realisierbar. Zudem hatte Sony dem Recorder viele Schnittstellen sowie – und das war ein gewisses Novum im gesamten Lineup damals von Sony-, eine Netzwerkschnitstelle. Man konnte per FTP Videofiles direkt austauschen, wie gesagt ein Novum.
Aus Dokumenten habe ich herausgelesen, dass die Entwicklung wohl sogar bis ins Jahr 2002 zurückgeht!

Die Technik im inneren
Nun, was steckt im Inneren des DSR-DR1000? Ich stelle einen Vergleich zum technisch ähnlichen Grass Valley Trubo an. Der Turbo und der DR1000 unterscheiden sich in der Hardware massiv. Sony verbaute keine Standard Technik sondern nur Sony Spezial. Grass Valley verwendete als Basis Standard PC Technik mit Windows XP Embedded. Klar der Turbo kann technisch einige Dinge mehr und ist vom Entwickungsstand moderner, allerdings auch doppelt so groß.
Nun zurück zum Sony. Sony verwendet eigene Boards und Technik. Als Speichermedium dienen zwei Western Digital 80 GB “Black” Festplatten mit IDE Interface. Mehrere FPGAs nehmen die Videowandlungen vor, ein Sony Chip sorgt für den DVCAM Codec. Als CPU dient ein 32 Bit Hitachi RISC Mikoprozessor.

Die Schwachstelle
Leider hat der DSR-DR1000 eine massive Schwachstelle. Das Netzteil muss wohl immer wieder an diesem Typ kaputt gehen. Intersannt hierbei, es ist kein Sony Netzteil sondern ein von Sony zugekauftes Netzteil aus China (bzw. in Auftrag gefertigtes). Schade ist, dass Sony kein Markennetzteil, beispielsweise von Delta, verwendet hat. Wenn man das innere des DSR-DR1000 so betrachtet, wundert man sich, warum Sony das Netzteil so verbaut hat. Im innenren ist noch Platz vorhanden, sprich man hätte das Netzteil großzügiger und somit besser belüftbar bauen können.
Das Netzteil, so wie es verbaut ist, ist zu kompakt und soll viel Leistung bringen, das geht auf Dauer schief. Mit anderen Worten: das Netzteil wird im harten Dauerbetrieb zu heiß.

Sony empfiehlt in einem Sevice Bulletin, dass das Netzteil alle 40.000h (4,5 Jahre) komplett auszutauschen. Bei einem Ersatzteilpreis von 700 Dollar, kein günstiges unterfangen.
Ein Sony Service Betrieb bestätigte mir, das hat quasi kein Kunde gemacht.

mein Albtraum
Bei meinem Exemplar zeigte sich das Netzteil mit kurzem aber eindrucksvollem Wumms. Denn beim einstecken des Steckers hat es sofort die Sicherung fliegen lassen.
Nachdem ich den Recorder in seine Einzelteile zerlegt und das Netzteil herausoperiert hatte, zeigte sich der Albtraum, dass das Netzteil schon mindestens einmal repariert wurde. Die highspeed switching Diode zeigte sich als komplett defekt mit kurzem. Nach einem Austausch der Diode erfolgte ein erneuter Test, leider auch wieder mit Auslösung der Sicherung. Der Fehler steckt anscheinend noch tiefer im Netzteil. Mangels Schaltplan auch kein leichtes Unterfangen.

Meine Überlegung ist mittlerweile, das Netzteil auf Basis eines PC ATX Netzteils nachzubauen/ adaptieren. Da aber Sony noch +6V und -6V als Spannung benötigt, ist auch hier noch eine Anpassung nötig.

Sony hat bei diesem Gerät beim Netzteil wirklich Mist gebaut, oder Mist eingekauft.

P2 Karten ohne Ende

Hallo,
unsere HD Kameras sind von Panasonic und diese zeichnen das Bild und Tonmaterial nicht auf Band, sondern filebasiert auf P2 Speicherkarten auf.

Für unsere Drehs, speziell bei Nutzung mehrerer Kameras, benötigen wir doch eine ganze Menge von diesen Karten.

Wir haben weiter aufgerüstet und setzen nun noch weitere 32GB Karten ein, diese verschaffen uns deutlich mehr Flexibilität als die 16GB Karten. Die 64GB Karten sind uns derzeit noch zu teuer.

Zur Technik der Karten:
Im inneren einer P2 Karte dienen vier SD-Karten verbunden durch einen RAID Controller als Speichermedium der Daten. Der RAID Controller sorgt für die korrekte und ausfallsichere Speicherung der Daten.

Aufnahmezeit:
Man kann vereinfacht sagen, pro Minute wird 1 GB Speicher verbraucht.
Setzt man P2nativ oder AVCintra ein, verdoppelt sich die Aufnahmezeit.

 

So sehen diese Karten aus (noch die 16GB Karten):