Category Archives: Kamera

Nichts ist für die Ewigkeit – Canon Broadcast Objektive

Hallo,
nichts ist für die Ewigkeit gemacht, so sagt man. Doch Canon Broadcast Objektive sind wohl auffällig schlecht in der Haltbarkeit. Leider ist dies schon mein zweites Canon Objektiv, dass in einem Totalschaden geendet ist.

Das Alu diffundiert aus, bildet bzw. wirft Blasen und zerstört langsam aber sicher das Objektiv. Bei meinem unten gezeigten Exemplar ist der Extender und die Blende nicht mehr bedienbar, bombenfest. Ebenso der Griff an allen Kanten des Gehäuses angefressen. Eine Nutzung ist dadurch ausgeschlossen. Reparieren ist auch nicht mehr möglich, da zu viel beschädigt ist. Schade.

Das Objektiv war die überwiegende Zeit im Flightcase trocken im Keller gelagert.

Bei Fujinon Objektiven, im Vergleich zu Canon, treten diese Probleme kaum bis garnicht auf. Bei Fujinon hat man eher Probleme mit der Gummierung am Griff. Dieser wird mit den Jahren zu einer schwarzen Mumpe und muss entfernt werden, was leider sehr viel Fummelarbeit bedeutet.

Ich habe vom Canon Objektiv den Griff demontiert und die Optik auf einer alten Kamera als Demo montiert. Vorher wurde es noch mit Multischaum grob gereinigt. Mehr geht nicht.

Sony XDCAM PDW-530P

Hallo,
eine ausgediente PDW-530P XDCAM hat ihre letzte Ruhestätte bei mir gefunden.
Die Kamera ist nicht mehr taufrisch, den Weissabgleich schafft sie nicht und die Farben passen auch nicht mehr. Ich gebe ihr ein letztes Zuhause 🙂

Diese alte Sony Kamera mit XDCAM Laufwerk bietet SD Qualität im 16:9 Breitbild. Sony setzte mit der neuen Generation bandloser Kameras aber wieder auf ein eigenes System, dem XDCAM System. Dieses Disc basierte System nutzt Bluray Discs mit anfänglich 23 GB, später dann 50 GB Dual Layer. Die PDW-510 und PDW-530 können allerdings nur 23 GB single Layer Discs lesen und schreiben, mit 50 GB dual Layer kommt sie nicht klar und geht in Error.

Panasonic zeigte schon früh wo die Reise hin geht, bandlos, ohne Mechanik. Die Daten wurden direkt auf Flashspeicherkarten im Panasonic P2 Ökosystem gespeichert. Direkt lesbar in einem Laptop oder per USB Schnittstelle von der Kamera. Sony etablierte das Disc System XDCAM und somit leider auch die Nachteile einer Disc. Zu viele Erschütterungen und die Kamera konnte nicht mehr zuverlässig die Daten auf die Disc brennen. Panasonic P2 kannte die Probleme nicht. Allerdings waren die Discs im Verhältnis günstig und gut lagerbar.

Die Sony PDW-530P ist die “große” Version der PDW-510P.
Die Unterschiede sind:
– IMX 50 MBps
– dual Filterrad

Meine XDCAM ist zusätzlich mit dem Ethernet Adapter im Optionslot, sowie SDI-out ausgestattet. Mit dem Netzwerkadapter kann man per FTP die Disc direkt kopieren, allerdings nur mit max. 100 Mbps. Gigabit kann der Adapter nicht.

Ethernet Interface

Schützenfest Hesepe 2019

Hallo,
mittlerweile zum sechsten mal waren wir beim Schützenfest in Hesepe (Bramsche) dabei und begleiteten das Spektakel mit der Kamera. Eine enge Abstimmung zwischen Timo und dem “Auftraggeber” dem Schützenvereinsvorstand gewährleistete einen reibungslosen Produktionsablauf.

Produktionszeitraum: 07.06.2019 – 09.06.2019

Produktionsteam:

Regie: Jessica
Kamera: Timo, Marcel
Shuttleservice: Hartwig

Alle Aufnahmen wurden in HD aufgenommen, einzige Ausnahme ist die Zielscheibe der Schützen, diese wurde in SD aufgezeichnet.

Facts:
Das aufgenommene Rohmaterial umfasst 700GB Daten
Die meisten Aufnahmen wurden mit Panasonic P2 Kameras angefertigt in 720p. Zusätzlich wurden Aufnahmen mit einer GoPro in 4K aufgezeichnet. Aufnahmen der Zielscheibe wurden mit einer Sony DSR-450WSP in 16:9 SD angefertigt.

Kameras:
2x  Panasonic AJ-HPX2100
1x Panasonic AG-HVX200
1x Sony DSR-500WSP 
1x Sony DSR-450WSP (Backup Kamera)
1x Panasonic HDC-HS700
1x GoPro HERO7 Black mit GoPro Karma Grip Gimbal-System

Objektive:
1x Canon YJ13x6B4 IRS SX12
1x Canon J16a x 8B4 IFxs Digital Drive
1x Fujinon A13x4,5BERM-M48 DIGIPower

Stative:
Vinten Alu Studio Stativ mit Vinten MK7 Kopf + Dolly
Vinten Pro-Touch

Speicherkarten:
14x Panasonic P2 mit je 32GB
2x SanDisk Extreme PRO 128 GB SDXC

Sonstiges Zubehör:
1x Panasonic AG-HPG10 Gear
1x Lenovo ThinkPad

Viel Gaffer-Tape
Zoom Hinterkamerabedienung für Objektiv 
Portabrace Schutzhüllen + Regenschutz  
Akkus: Buddy-Pro 190Wh / Beillen 230Wh sowie Sony 90Wh

User Ergänzung: Kameras von denen man lieber die Finger lassen sollte

Hier ein User Kommentar zum Artikel Kameras von denen man die Finger lassen sollte.

vielen Dank für den Kommentar, wir freuen uns immer über Ihre Kommentare!

Jens

Danke für die schöne Zusammenstellung, ich gebe auch noch meinen Senf dazu ab 🙂

DXC-327P (habe 2 Stück): auslaufende Nichicon-Elkos, zerfressene Platinen, schwer zu reparieren mit den ganzen kleinen hochkant eingelöteten Platinchen
DXC-325P: habe nur eine davon, gleicher Aufbau wie die 327, aber keine Probleme, ca. 2 Jahre älter als die 327
DXC-D35P: neulich erworben, beängstigend viele SMD-Elkos, aber keine Probleme bisher
DXC-3000: der optische Filterblock direkt hinter dem Objektiv bei beiden Exemplaren, die ich habe, am kaputt gehen. Einen habe ich bereits getrennt und neu verkittet (UHU Glas, Eprom-Löschgerät zum Härten), Elektronik problemlos
DXC-M3/DXC-M3A Mk2: keine Probleme

Andere Hersteller:
JVC KY-27: 151 SMD-Elkos, ein Großteil davon am Auslaufen, massive Schäden an den Platinen. Ich arbeite dran, aber möglicherweise totalschaden. Baujahr 1992
JVC KY-27C: nahezu identisch mit KY-27, Baujahr 1995, (noch) keine Probleme
JVC BR-S411: Katastrophale Konstruktion, quasi Consumerschrott und massenweise auslaufende ELNA-Elkos nebst massiver Beschädigung der Platinen
JVC KY-17: SMD-Elkos im CCD-Block am Auslaufen
JVC KY-1900: Brauchte auch einige neue Elkos
BTS LDK-91 (Philips): elektronisch okay, aber die ganzen Gummierungen am Gehäuse lösen sich auf, riesige Sauerei. Hat einen Akku drin, muß man beobachten
JVC RM-P300: ein paar Rubycon-Elkos im Kamera-Netzteil brauchten Ersatz bei einem 1991er-Modell, keine Probleme bei 1995er-Modellen

Fujinon-Objektive der späten 80er und frühen 90er: Verkittung der Linsenelemente geht kaputt (Trübung), bei 3 1/2″-Optiken (kamen mit den DXC-327/325) waren alle 3 Elemente kaputt, ein Objektiv konnte ich reparieren, bei den anderen liegen jeweils 1 bzw. 2 Elemente seit Wochen in Dichlormethan, nachdem sie Wochen in Aceton lagen, Backofen-Gewalt haben sie auch schon hinter sich, langsam gebe ich die Hoffnung auf, daß ich die jemals auseinander bekomme. Die 2/3″-Optiken haben die Probleme auch.

danke für den Kommentar an:
Michael

Vintage Wahnsinn Sony VX-1000

Hallo,
ich reibe mir manchmal doch schon sehr die Augen und wundere mich.
Da gibt es Menschen, die geben im Jahre 2018 noch locker 500 EUR für eine gut erhaltene 4:3 Videokamera aus. WTF?!

Die Rede ist hier von einem Klassiker unter den Semiprofessionellen Videokameras, der Sony VX-1000. Es ist die erste 3-Chip Videokamera mit 4:3 Bild und digitaler Aufzeichnung auf Band im miniDV Standard. Hightech aus dem Jahre 1995.

Ich bin wirklich sehr verwundert was die Menschen antreibt teilweise sogar über 500 EUR für eine bis zu 23 Jahre alte Videokamera auszugeben. Sonst will die Menschheit doch auch immer das Neueste vom Neuen?! 4k HDR, Samsung Galaxy, Apple iPhone; größer besser neuer. Es kann nicht neu genug sein.

Aber hier?
Vintage ist in, ja und ich mache diesen Trend in sehr begrenzten Umfang, in der analogen Fotografie, auch mit. Aber bei wirklich “schlechtem” Bild Material wie einem 4:3 Bild in SD Auflösung verstehe ich das ganze nicht mehr. Das ist schon bekloppt.

Demystifizierung
Nun die VX-1000 war damals wirklich ein Meilenstein und stellte ein gutes Gesamtpaket dar. Ergonomie und Technik, typisch Sony, wunderbar aufeinander abgestimmt. Ein Farbsucher, handliches Design, Stereoton, lange Akkulaufzeit dank Lithium Akkus und natürlich das miniDV Laufwerk. Bessere Bildqualität dank digitaler Aufzeichnung, im Vergeleich zu Video 8 und Hi8.

Realität
Doch die Realität sieht heute anders aus. Die Kamera krankt an diversen Problemen und da ist das Laufwerk noch fast das kleinere Problem. Ersatzteile gibt es kaum mehr. Das Flexkabel zwischen Kamera und Sucher geht ausnahmslos immer kaputt. Die Beschichtung der Laufwerkstasten löst sich und hinterlässt überall schwarze Mumpe. Man muss die Finger 5x waschen bis das Zeug runter ist. Noch schlimmer: das Magnesium Gehäuse löst sich im inneren in seine Bestandteile auf, die feinen Partikel (sieht aus wie Schimmel) verursachen Kurzschlüsse und das wars dann.

Ausblick
Lassen sie es, tragen Sie diesen Klassiker würdevoll zu Grabe.
Mein Tipp: leisten sie sich für weniger als 500 EUR einen HD Profi: die Panasonic AG-HVX200 ist genial. Hat auch, neben P2, miniDV (wer’s braucht?) und kann HD sowie Profi Ton und das zum Schnapper Preis!

Windows 10 & Panasonic P2 Card

Hallo,
wir nutzen viele Panasonic P2 Karten für unsere Kameras, da dieses System einen prima Workflow bietet.
Mich überraschte allerdings die kurze Randnotiz von Panasonic, dass der P2 Treiber für die P2 (Cardbus) Karten nicht mehr unter Windows 10 angeboten/kompatibel werden/sind.

In der Tat, steckt man bei installiertem P2 Treiber unter Windows 10 die P2 Karte in den Slot passiert … nix.
Allerdings meldet der Gerätemanager die Karte als gefunden, allerdings fehlt der Treiber. Also ging ich auf Spurensuche und fand einen interessanten Ordner unter:
C:\Programme\Panasonic P2\Drivers\

Fügt man bei der Suche nach einem Treiber den Pfad der Suche hinzu, wird die P2 Karte sofort am System angemeldet und funktioniert.
Der P2 Formatter funktionert nach einem Neustart.

Panasonic P2 Driver: VSI4859AD
Testnotebook: Lenovo Thinkpad T500
Windows 10 Version: 1709

Intercom – es wird kräftig im Hintergrund getüftelt

Hallo,
meine Arbeiten am Intercom sind im vollen Gange.

Warum dauert das so lange?
Zeit und die nötige Ahnung machen alles langsam.
Da ich nur nach Feierabend und wenn ich die Lust habe, daran arbeite dauert das alles etwas länger. Zudem bin ich kein gelernter Elektroniker und muss mir daher alles “anlesen”. Mir steht leider kein Profi zur Seite der es mir erklärt. Ich muss mir alles selbst beibringen…

OpAmps, Symmetrie und co
Zum Verständnis zählen hierbei Dinge wie Audio Verstärkung, Symmetrierung, Desymmetrierung, Summierung und so weiter.
Zudem das Einarbeiten in die Techniken der großen Hersteller, RTS (Telex/ Bosch) und Drake/Clearcom.

Die großen Intercom Spezialisten
Die großen Intercom Spezialisten inkl. dem deutschen digital Pioneer “Riedel” können leider nur groß bis ganz groß und vor allem eins: teuer bis ultra teuer. Also nix für unsere Hobby Projekte. Zumal wir ja “nur” drei Kameras und eine Sprechstelle bedienen wollen.

Eine Masterstation wird gebaut
Was benötigt man für ein Intercom? Richtig: eine Masterstation.
Genau diese baue ich anhand “alter” Intercom Einzelteilen zusammen. Besser gesagt, ich bin dabei diese Teile so umzubauen das die Einzelbrocken im Verbund zusammenarbeiten. Damit das funktioniert muss alles mögliche umbebaut werden, sprich Signale summiert, verstärkt etc werden und alles schön symmetrisch und entkoppelt, damit es nicht brummt. Hört sich einfach an, in der Praxis zeigen sich diverse Probleme. Beispielsweise in der Beschaffung mancher Bauteile, diese kommen teilweise aus China, das dauert.

Beltpack 2 Wire
Die letzte Ausbaustufe soll dann noch die Integration klassischer Beltpacks darstellen. Das nötige Wissen habe ich mittlerweile.

 

Sobald ich signifikant weiter bin kommt ein Artikel mit Bildern der Schaltungen.

Sony DSR-DU1 DVCAM Festplatten Recorder

Hallo,
ich bin günstig an den Festplattenrecorder aus der DVCAM Zeit gekommen.
Es handelt sich um den Sony DSR-DU1 mit dem optionalen Sony DSR-CA1 V-Mount Gehäuse.

Doch der Recorder wollte nicht angehen, als ich den Akku anschloss und die angedockte Kamera einschaltete machte diese ebenso keinen Mucks.

Edelschrott aus 2003?
Ich erinnerte mich leidvoll an den Panasonic P2 Store. Doch dieser Recorder wollte nicht angehen. Dann probierte ich den XLR Power Stecker und er ging an. Die Kamera ging an, meldete aber Low Battery. Komisch. Nicht lange diskutieren aufschrauben!
Ich staunte nicht schlecht, da war mehr Elektronik drinn als man von einem “dummen” Gehäuse erwartet.

Sony hats gut gemeint und übertrieben.
Ich war dann doch etwas irritiert. Warum hat man den Aufwand betrieben und baut zwei DC-DC Wandler, Umschaltelektronik und Spannungsüberwachung dort ein? Eine normale Broadcastkamera benötigt am Stromeingang keine direkte 12V sondern akzeptiert dort 11-17V. Warum Sony den Stromausgang über die Elektronik laufen lässt? Ich verstehe es nicht. Das im Recorder wohl kein Platz mehr für den DC-DC war kann ich verstehen, aber es ist umständlich und birgt zusätzliche Fehlerquellen. Zumal der Adapter unten sehr warm wird, wenn die Kamera eingeschaltet ist.

Analsyse
So, da lagen nun die einzelenen Platinen vor mir, finde den Fehler! Warum aktiviert der Akku die Elektronik nicht, sprich der DC-DC funktioniert nicht. Nach einigen Messungen und studieren des Schaltplans aus dem Service Manual kam ich zum Schluss das wird nix. Zumal die FETs schwer zu beschaffen sind und noch viel schlimmer, die SMD Bauteile extrem winzig, das kann ich so nicht löten.

Russische Methode
Also hebeln wir die Hälfte der tollen Sony Elektronik aus und nutzen die einfache Lösung.
Man muss wissen, der CA1 Adapter wird per Akku oder Netzteil versorgt. Doch nur die Versorgung per Netzeil funktioniert noch. Aber ich würde gerne wieder beide Arten nutzen ohne die Platine aufwändig zu reparieren. Da am XLR Stecker typisch Sony ein kleiner Schalter eingebaut ist, der der Elektronik sagt “Netzteil angeschlossen” zweckentfremde ich diesen.
Die Plus Leitung wird über den Schalter am XLR geführt und dann an den XLR mit angeschlossen. Solange das Netzteil nicht eingesteckt ist läuft der Strom vom Akku über den Schalter in den Netzteil Anschluss. Wird das Netzteil angeschlossen, wird der Akku getrennt.

Lösung out of the Box
Durch diesen “Kunstgriff” konnte ich die ursprüngliche Funktion wiederherstellen. Der Adapter funktioniert nun wieder mit Akku oder alternativ mit dem externen Netzteil.
Nun musste noch das Problem mit dem Ausgang, sprich die Stromversorgung zur Kamera behoben werden. Dies funktioniert auf ähnliche Weise, nur dass ich die Anschlüsse direkt zum Stromeingang durchgeschaltet habe.
Kabel von einem alten PC Netzteil halfen hier wunderbar.

Datei kann nicht gelesen werden
Nun was macht man mit so einem tollen Recorder? Klar man hängt ihn an den PC und kopiert die Daten runter um diese am PC zu betrachten.
Denkste.
Dumm nur, dass Sony die Videodaten nicht in einem allgemeinen Videocontainer speichert, sondern in igendwas eigenem. Toll.
Mit VLC sieht man ganz kurz was und dann kommt nur noch Pixelsturm. FFMPEG kann, ausser Fehler, auch nix daraus zaubern. Angeblich soll ein altes FinalCut am Mac damit umgehen können. Dieser Test steht noch aus.

Kaufempfehlung?
Meine Empfehlung für dieses Wunderwerk an japanischer Festpaltten Recorder: nicht kaufen.
Der Panasonic P2 Gear kann es besser und ist moderner, allerdings nicht Huckepack am V-Mount.

Sony MSW-900P IMX Kamera – back to life

Hallo,
ich habe es getan, ich habe mir im Jahre 2017 eine alte -defekte- Sony IMX Kamera gekauft.
Diese Kamera bzw. das IMX Format stand schon lange auf meiner Wunschliste, nun hab ich sie.

Es ist die erste Generation IMX die es von Sony gab und quasi die letzte “Innovation” bei bandbasierten SD Broadcast Kameras. IMX wurde als “open” System angepriesen, MPEG2 basiert und sollte DVCpro 50 von Panasonic die Stirn bieten. Das Sony IMX Format wurde in Deutschland von einigen Sendern direkt angenommen und lange benutzt. Das IMX Format setzte sich in Deutschland besser durch als das verwandte SX Format. IMX stellte die Ablöse von Digital Betacam dar. Das IMX Format lebt noch im bandlosen Sony System weiter, mit den XDCAM Kameras ist auch eine Aufzeichnung als IMX (MPEG2) File möglich.

Kommen wir zurück zu meiner IMX Kamera.
Diese bekam ich defekt, lediglich mit dem Hinweis Kassettenschacht Fehler.
Okay, betrachtet man sich das Bandlaufwerk und insbesondere den Kassettenschacht von Sony DigiBeta und SX Kameras verwundert es nicht, dass es hier ein gewisses Fehlerpotential gibt. Der Kassettenschacht, insbesondere die Mechanik ist -meiner Meinung nach- zu klapprig ausgeführt. Der Deckel drückt nur über einen Hebel und nicht zwei auf die Mechanik. Dadurch fühlt sich der Vorgang alleine schon “lapprig” an. Die Realität zeigt, viele Kameras mit defekten Kassettenschacht.

Bei meiner IMX zeigte sich allerdings, dass nicht der Kassettenschacht als der Übeltäter verantwortlich war, sondern ein ganz anderes Bauteil.
Ich habe die Kamera eingeschaltet und Eject gedrückt, außer einem knurren und knarzen aus dem Laufwerk passierte nichts. Also Deckel ab und rein geschaut. Im inneren steckte eine Kassette und das Band war zerknautscht, zudem war die Bandführung auf “halbacht”. Der manuelle Auswurf zeigte auch, die Mechanik war komplett verklemmt. Ich fing an und zerlegte die Kamera, ein kurze Blick ins Service Manual verriet mir, zum Ausbau des Laufwerks muss ich leider die Boards auf der anderen Seite komplett ausbauen. Nachdem das gemacht war, konnte das Laufwerk ausgebaut werden. Die Mechanik erwies sich als hartnäckig, somit versuchte ich erstmal die Kassette auszubauen, ohne die Mechanik zu beschädigen. Leider gibt es immer wieder Techniker die beim “retten” der Kassette die Mechanik nachhaltig beschädigen und das enorme Kosten nach sich zieht.

Ich konnte die Kassette bergen ohne Schaden anzurichten, die Mechanik blockierte leider immer noch. Ich vermutete ein defektes Zahnrad, wie es schon bei DigiBetas oder den BetaSP Kameras häufige Fehlerursache war.
Doch es war etwas ganz anderes – und zwar hatte sich der Pinchroller verklemmt, wegen einer losen Feder! Nach lösen der Spannung am Pinchroller war die Mecha wieder frei und man konnte sie, wie vorgesehen, bewegen. Den Pinchroller, respektive die Feder konnte ich wieder ordnungsgemäß installieren und dann wurde alles wieder zusammengebaut. Bei ausgebauten Laufwerk lässt es sich deutlich bequemer Arbeiten, als wenn es in der Kamera eingebaut bleibt.

Testlauf
Es funktioniert! Der Bandrecorder der Kamera funktioniert wieder.
Es folgt ein Test bei Tag mit Objektiv und frischer Kassette.

Dauer
Wer gelaubt das das Ganze nur ein paar Minuten gedauert hat, den muss ich leider enttäuschen. Ich habe für die Reparatur, auseinandernehmen,  testen, Fehlersuche etc. ca. 4,5 Std benötigt. Kleiner Fehler, große Wirkung.

Ja, die Kamera muss noch geputz werden….

P2 Karten ohne Ende

Hallo,
unsere HD Kameras sind von Panasonic und diese zeichnen das Bild und Tonmaterial nicht auf Band, sondern filebasiert auf P2 Speicherkarten auf.

Für unsere Drehs, speziell bei Nutzung mehrerer Kameras, benötigen wir doch eine ganze Menge von diesen Karten.

Wir haben weiter aufgerüstet und setzen nun noch weitere 32GB Karten ein, diese verschaffen uns deutlich mehr Flexibilität als die 16GB Karten. Die 64GB Karten sind uns derzeit noch zu teuer.

Zur Technik der Karten:
Im inneren einer P2 Karte dienen vier SD-Karten verbunden durch einen RAID Controller als Speichermedium der Daten. Der RAID Controller sorgt für die korrekte und ausfallsichere Speicherung der Daten.

Aufnahmezeit:
Man kann vereinfacht sagen, pro Minute wird 1 GB Speicher verbraucht.
Setzt man P2nativ oder AVCintra ein, verdoppelt sich die Aufnahmezeit.

 

So sehen diese Karten aus (noch die 16GB Karten):